Agfa Synchro Box

Category
Fotografie
Tags
Agfa, Rollenfilm
About This Project

Die Agfa Synchro-Box ist eine klassische deutsche Boxkamera aus der frühen Nachkriegszeit. Sie wurde von Agfa in München ab etwa 1949/1951 bis 1958 gefertigt und richtet sich vor allem an Fotografinnen und Fotografen, die unkompliziert und ohne umfangreiche technische Kenntnisse fotografieren wollten.

Ihr robustes Metallgehäuse, die einfache Bedienung und das große 6 × 9 cm-Negativformat machen sie zu einem typischen Vertreter der populären Boxkameras ihrer Zeit. Fotografiert wird auf 120er Rollfilm, der acht Aufnahmen im Format 6 × 9 cm ermöglicht.

Die Kamera besitzt ein einfaches Meniskusobjektiv mit etwa 105–110 mm Brennweite und Fixfokus. Die Entfernung muss daher nicht eingestellt werden. Über einen Schieber lassen sich unterschiedliche Blendenstellungen wählen; zusätzlich steht ein integrierter Gelbfilter zur Verfügung. Der einfache Zentralverschluss bietet eine Momentaufnahme sowie die Einstellung B für Langzeitbelichtungen.

Besonders charakteristisch für die Synchro-Box ist ihr Blitzanschluss. Im Gegensatz zu einfacheren Agfa-Boxkameras konnte sie mit passenden Blitzgeräten wie dem Agfa Clibo eingesetzt werden. Damit verband sie die unkomplizierte Technik einer Boxkamera mit der damals modernen Möglichkeit der Blitzfotografie.

Die Angaben zu Bauzeit, Objektiv, Verschluss und Ausstattung variieren bei einzelnen Quellen und Produktionsvarianten geringfügig; insbesondere werden Brennweiten von 105 bzw. 110 mm und Verschlusszeiten von etwa 1/30 bzw. 1/50 s angegeben. Für ein Museumsspec-Sheet würde ich deshalb die oben genannten Werte bewusst als Näherungswerte führen.

Einordnung: Die Synchro-Box steht exemplarisch für eine Phase, in der Fotografie durch einfach zu bedienende Boxkameras für breite Bevölkerungsschichten zugänglich wurde. Ihre Technik ist bewusst reduziert, gerade diese Reduktion macht sie zu einem interessanten Zeugnis der analogen Alltagsfotografie der 1950er Jahre.