Über die Sammlung

Die Sammlung der Medien und Wissenschaft (SdMuW) sammelt, dokumentiert und vermittelt Objekte aus der Geschichte von Medien, Kommunikation und digitaler Kultur. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht allein die Geräte, sondern die Fragen, die sich mit ihnen verbinden:

Wie funktionieren Medien? Wie verändern sie Gesellschaft? Und wie prägen sie unseren Alltag?

Von der analogen Kamera über Radio, Schreibmaschine und Spielkonsole bis zum Computer erzählen Medienobjekte davon, wie Menschen Informationen festhalten, verbreiten, wahrnehmen und miteinander teilen. Die SdMuW möchte diese Entwicklungen sichtbar und verständlich machen, technisch, gesellschaftlich und aus der Perspektive des Alltags.

Die Sammlung befindet sich im Aufbau. Neue Objekte, Geschichten und Erkenntnisse kommen kontinuierlich hinzu. Diese Entwicklung verstehen wir nicht als abgeschlossenen Prozess, sondern als Teil der Sammlung selbst.

Medien verstehen heißt...


Bewahren. Erforschen. Vermitteln.

Die Arbeit der Sammlung der Medien und Wissenschaft folgt drei miteinander verbundenen Aufgaben: bewahren, erforschen und vermitteln.

Bewahren

Historische Medienobjekte sind Zeugnisse technischer und gesellschaftlicher Entwicklung. Wir möchten sie erhalten, dokumentieren und möglichst dauerhaft zugänglich machen, nicht nur als Dinge, sondern zusammen mit ihren Geschichten, Nutzungsspuren und historischen Zusammenhängen.


Dazu gehören auch Begleitmaterialien wie Bedienungsanleitungen, Verpackungen, Werbung, Fotografien, Ton- und Bildaufnahmen oder persönliche Erinnerungen.

Erforschen

Wann wurde ein Objekt hergestellt? Wie wurde es verwendet? Was unterschied es von seinen Vorgängern? Welche technischen Prinzipien stecken darin, und welchen Platz nahm es im Alltag seiner Zeit ein?


Die wissenschaftliche Dokumentation soll helfen, aus einzelnen Objekten nachvollziehbare historische Quellen zu machen. Wo Informationen fehlen oder widersprüchlich sind, bleiben diese Fragen sichtbar.

Vermitteln

Die Sammlun der Medien und Wissenschaft möchte Mediengeschichte nicht nur zeigen, sondern verständlich machen.

Technische Entwicklungen stehen deshalb immer im Zusammenhang mit ihren gesellschaftlichen Folgen: Wie verändert eine erschwingliche Kamera unseren Umgang mit Bildern? Was bedeutet es, wenn Nachrichten plötzlich Millionen Menschen gleichzeitig erreichen können? Wie verändert das Internet den Zugang zu Wissen und wie gehen wir mit Desinformation, Algorithmen oder manipulativen Inhalten um?

Medienkompetenz gehört für uns deshalb ebenso zur Mediengeschichte wie Kameras, Computer oder Radios.


Eine offene Sammlung

Langfristig soll ein möglichst großer Teil der Sammlung auch digital zugänglich werden. Objekte werden dafür fotografiert, beschrieben, eingeordnet und, wo möglich, mit weiterführenden Materialien ergänzt. Auch sollen Sounds verschiedener Exponate aufgenommen und zur Verfügung gestellt werden.


Wir werden viele Digitalisate und Fotografien unter offenen Creative Commons-Lizenzen zur Verfügung stellen. Geeignete Inhalte werden über Plattformen wie Wikimedia Commons für Bildung, Forschung und Öffentlichkeit nutzbar werden.

Aus der digitalen Sammlung können virtuelle Ausstellungen, Bildungsangebote und thematische Geschichten entstehen.


Langfristig besteht außerdem die Vision eines physischen Lern- und Ausstellungsortes, an dem Mediengeschichte nicht nur betrachtet, sondern entdeckt, ausprobiert und diskutiert werden kann.


Bis dahin wächst die Sammlung der Medien und Wissenschaft Objekt für Objekt, online und im Depot.

Sammlungskonzept

Nicht alles sammeln. Das Richtige erzählen.

Die SdMuW verfolgt nicht das Ziel, jede Variante jedes jemals produzierten Gerätes zusammenzutragen.

Statt Vollständigkeit steht kuratierte Tiefe im Mittelpunkt.


Ein neues Objekt soll möglichst eine Geschichte erzählen, die innerhalb der Sammlung noch fehlt: einen technischen Entwicklungsschritt, eine neue Form der Nutzung, einen gesellschaftlichen Wandel oder einen besonderen Blick auf Mediengeschichte.


So entsteht keine bloße Ansammlung historischer Geräte, sondern ein Netz miteinander verbundener Geschichten.

Ein einfaches Massenprodukt kann dabei ebenso bedeutsam sein wie ein technisches Spitzenmodell. Gerade Geräte, die für viele Menschen erstmals erschwinglich wurden, können besonders viel darüber erzählen, wie Medien ihren Weg in den Alltag gefunden haben.

Drei Perspektiven auf jedes Objekt.

Objekte der Sammlung werden möglichst aus drei miteinander verbundenen Perspektiven betrachtet.

Wissenschaft & Technik

Wie funktioniert das Objekt? Welche technischen Prinzipien stecken darin? Was war neu oder besonders?

Gesellschaft

Welche Veränderungen ermöglichte die Technik? Wer konnte sie nutzen? Welche wirtschaftlichen, kulturellen oder politischen Folgen hatte sie?

Alltag

Wie fühlte sich die Nutzung konkret an? Was kostete das Gerät? Wo stand es? Wer benutzte es und wofür?

Erst zusammen ergeben diese Perspektiven ein vollständigeres Bild von Mediengeschichte.

Mediengeschichte in Ost und West

Wo es sich anbietet, betrachtet die SdMuW Mediengeschichte auch aus einer deutsch-deutschen Perspektive.

Die Entwicklung von Fotografie, Rundfunk, Fernsehen, Computertechnik oder Unterhaltungselektronik verlief in Ost- und Westdeutschland unter unterschiedlichen politischen, wirtschaftlichen und technischen Bedingungen.


Objekte aus beiden deutschen Staaten ermöglichen deshalb nicht nur technische Vergleiche. Sie erzählen auch von Verfügbarkeit, Konsum, staatlicher Medienpolitik, Alltagskultur und unterschiedlichen Vorstellungen von Fortschritt.


Dieser Ost-West-Erzählstrang zieht sich als mögliche Perspektive durch mehrere Sammlungsbereiche.

Die Sammlungsbereiche

Computer & Internet

Vom frühen Rechner bis zum vernetzten Computer erzählt dieser Bereich davon, wie digitale Technik Arbeit, Wissenschaft, Kommunikation und Alltag verändert hat. Im Mittelpunkt stehen sowohl Hardware und Speichermedien als auch die Entwicklung von Benutzeroberflächen, Vernetzung und Internetkultur.

Fotografie

Fotografie machte es möglich, Augenblicke dauerhaft festzuhalten und wurde vom aufwendigen Verfahren zum alltäglichen Massenmedium. Die Sammlung verfolgt diesen Weg von analogen Kameras und fotografischen Verfahren bis zur digitalen Fotografie und fragt dabei auch, wie sich unser Verhältnis zu Bildern verändert hat.

Film & Fernsehen

Bewegte Bilder gehören zu den einflussreichsten Medien des 20. und 21. Jahrhunderts. Dieser Bereich verbindet Aufnahme-, Wiedergabe- und Fernsehtechnik mit der Geschichte von Kino, Unterhaltung, Information und gemeinsamer medialer Öffentlichkeit.

Games

Computerspiele sind Technik, Kultur und interaktives Medium zugleich. Spielkonsolen, Eingabegeräte und Software zeigen, wie sich Grafik, Rechenleistung und Mensch-Maschine-Interaktion entwickelten und wie Games zu einem prägenden Bestandteil von Alltags- und Popkultur wurden.

Print & Presse

Gedruckte Informationen machten Wissen vervielfältigbar und Nachrichten massenhaft verbreitbar. Schreib-, Druck- und Publikationstechniken bilden deshalb einen eigenen Bereich der Sammlung, verbunden mit Fragen nach Journalismus, Öffentlichkeit, Pressefreiheit und dem gesellschaftlichen Umgang mit Information.

Kommunikaton

Menschen suchen seit jeher nach Wegen, Informationen schneller über größere Entfernungen auszutauschen. Dieser Bereich verfolgt die Entwicklung technischer Kommunikation und fragt, wie Telegraphie, Telefonie, Mobilfunk und digitale Vernetzung Nähe, Erreichbarkeit und soziale Beziehungen verändert haben.

Radio & Sound

Wie lässt sich Schall aufnehmen, speichern, übertragen und wiedergeben? Von Rundfunk und Tonaufzeichnung bis zu persönlichen Audiogeräten erzählt dieser Bereich von technischen Entwicklungen, aber auch davon, wie Klang, Musik und gesprochene Informationen Menschen über große Entfernungen miteinander verbinden konnten.