Super Nintendo Entertainment System (PAL-Version)

Category
Games
Tags
16-Bit, 1990er, Controller, Games, Heimkonsole, Japan, Konsolenkrieg, Mode 7, Nintendo, PAL-Version, Retrogaming, Ricoh 5A22, Schultertasten, Sega Mega Drive, SNES, Spielkonsole, Super Famicom, Super Nintendo, Vergilbung, Videospiele
About This Project

Inventarnummer: G0001 · Sparte: Games
Hersteller: Nintendo, Japan
Markteinführung: 21. November 1990 (Japan, als Super Famicom), 23. August 1991 (Nordamerika), 11. April 1992 (Frankreich, Großbritannien, Irland), Juni 1992 (übriges Europa), 15. August 1992 (Deutschland)
Prozessor: Ricoh 5A22, basierend auf dem WDC 65816, bis 3,58 MHz
Arbeitsspeicher: 128 kB


Zwei Tasten, die alles veränderten

Am Controller des SNES sitzen erstmals Schultertasten: L und R, bedient von den Zeigefingern, zusätzlich zu den vier Tasten unter dem Daumen. Was 1990 als Detail erschien, ist heute Standard auf praktisch jedem Gamepad der Welt. Das SNES verschob damit die Grenze dessen, was ein Spiel an gleichzeitiger Bedienung verlangen durfte.

Technisch stand die Konsole für den Übergang zur 16-Bit-Ära: 32.768 darstellbare Farben, echter Stereoton und der Grafikmodus „Mode 7″, mit dem sich Hintergrundebenen drehen und skalieren ließen. Spiele wie Super Mario Kart erzeugten so die Illusion räumlicher Tiefe, lange bevor echte 3D-Grafik verfügbar war.

Mit rund 49 Millionen verkauften Einheiten war das SNES die erfolgreichste Konsole seiner Generation und Hauptschauplatz des „Konsolenkriegs“ gegen Segas Mega Drive. Dieser Wettbewerb zweier Hersteller um Marktanteile prägte in den frühen 1990er Jahren die gesamte Vermarktungssprache der Branche und machte Videospiele endgültig zum massenmedialen Wirtschaftsfaktor.

Zum Exemplar

Dieses Gerät ist die europäische PAL-Ausführung, erkennbar am Aufdruck „PAL VERSION“ an der Modulschachtklappe. Anders als in Nordamerika, wo die Konsole ein eigenständiges, kantiges Gehäuse in Grau und Violett erhielt, übernahm Europa das abgerundete Super-Famicom-Design.

Das ursprünglich cremefarbene Gehäuse zeigt eine deutliche Gelbverfärbung. Das ist keine Verschmutzung, sondern chemische Alterung: Die im ABS-Kunststoff enthaltenen bromierten Flammschutzmittel oxidieren unter Licht- und Sauerstoffeinfluss. Das Phänomen betrifft nahezu jede helle Unterhaltungselektronik dieser Jahre. Die Sammlung verzichtet bewusst auf ein Rückbleichen („Retrobrighting“), weil der Alterungsprozess selbst ein Teil der Objektgeschichte ist. Struktur, Tasten und Modulschacht sind unbeschädigt, die Funktionsfähigkeit ist ungeprüft.