Nikon D50

Category
Fotografie
Tags
2000er, 2005, Amateurfotografie, CCD, Digitalfotografie, Digitalisierung, Digitalkamera, DSLR, DX-Format, Nikkor, Nikon, Nikon D50, Nikon F-Bajonett, SD-Karte, Spiegelreflexkamera, Wechselobjektiv
About This Project

Inventarnummer: F0002 · Sparte: Fotografie
Hersteller: Nikon Corporation, Japan · Fertigung: Thailand
Ankündigung: 20. April 2005 · Verkauf: Juni 2005 bis November 2006
Sensor: CCD im Nikon-DX-Format, 6,1 effektive Megapixel, 3.008 x 2.000 Pixel
Bajonett: Nikon F · Speicher: SD-Karte
Empfindlichkeit: ISO 200 bis 1600 · Verschluss: 30 s bis 1/4000 s, Blitzsynchronzeit 1/500 s
Serienbild: 2,5 Bilder pro Sekunde · Display: 2,0 Zoll, 130.000 Bildpunkte
Gewicht: 544 g (Gehäuse)
Objektive im Bestand: AF-S DX Nikkor 18-55 mm f/3,5-5,6G und AF-S DX Nikkor 55-200 mm f/4-5,6G


Als die Spiegelreflexkamera in den Elektromarkt zog

Die D50 war Nikons erste digitale Spiegelreflexkamera, die ausdrücklich auf den Consumer-Markt zielte. Der Einführungspreis lag bei 649,99 Pfund beziehungsweise 971 Euro für das Set mit dem 18-55-mm-Objektiv, in den USA bei 899 Dollar. Nach heutigen Maßstäben teuer, gemessen an der DSLR-Preislage von 2005 aber ein Einschnitt.

Damit reagierte Nikon auf einen Markt, den ein Konkurrent geöffnet hatte: Canon hatte bereits 2003 mit der EOS 300D die Preisschwelle für digitale Spiegelreflexkameras nach unten durchbrochen. Die D50 ist also kein Pionier, sondern die Antwort darauf. Genau das macht sie zum guten Ausstellungsobjekt, denn sie belegt den Moment, in dem ein Wettbewerbsdruck eine ganze Gerätekategorie aus dem Fachhandel in den allgemeinen Elektronikmarkt verschob.

Drei Details, die mehr erzählen als die Megapixel

Der Kartenschacht. Die D50 nahm SD-Karten auf, während Nikons vorherige Spiegelreflexmodelle wie D70 und D100 CompactFlash verwendeten. CompactFlash war das Format der Profikameras, SD das der Kompaktkameras und bald auch der Mobiltelefone. Der Wechsel des Speichermediums ist hier keine technische Randnotiz, sondern eine Zielgruppenansage in Hardware.

Der eingebaute Autofokusmotor. Die D50 besitzt noch den Fokusmotor im Gehäuse und kann deshalb auch ältere Nikkor-Objektive aus der Filmära automatisch scharfstellen. Die späteren Einsteigermodelle D40, D60 und D3000 verzichteten darauf. An diesem Objekt lässt sich also die Kompatibilitätsbrücke zwischen analoger und digitaler Fotografie noch physisch zeigen, bevor Nikon sie im Einsteigersegment abgebaut hat.

Der CCD-Sensor. Die D50 nutzt denselben CCD wie die etwas ältere D70. Wenige Jahre später wurden CCD-Sensoren im DSLR-Bau vollständig von CMOS abgelöst. Der Bildeindruck von CCD-Kameras gilt Sammlern heute als eigener Look, und es ist bemerkenswert, dass ein Massengerät von 2005 inzwischen aus ästhetischen Gründen wieder gesucht wird.

Warum diese Kamera in die Sammlung gehört

Die D50 ist kein seltenes Objekt. Sie wurde in großer Zahl produziert und ist auf dem Gebrauchtmarkt reichlich vorhanden. Ihre Bedeutung liegt woanders: Sie steht für den Zeitpunkt, an dem die digitale Spiegelreflexfotografie im privaten Alltag ankam, und sie ist damit das Gegenstück zur Agfa Clack aus derselben Sparte. Beide Geräte lösen dieselbe Aufgabe, nämlich das Fotografieren technisch niedrigschwellig zu machen, im Abstand von fünfzig Jahren und mit völlig anderen Mitteln. Nebeneinander gezeigt erklären sie den langen Bogen der Amateurfotografie besser als jedes Einzelstück.