Sony NEX-5N

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About This Project

Inventarnummer: F0004 · Sparte: Fotografie
Hersteller: Sony Corporation
Ankündigung: 24. August 2011
Bauart: spiegellose Systemkamera mit Wechselobjektiv
Bajonett: Sony E-Mount
Sensor: Exmor APS HD CMOS, 23,5 x 15,6 mm, 16,1 effektive Megapixel (4.912 x 3.264 Pixel)
Bildprozessor: Bionz
Empfindlichkeit: ISO 100 bis 25600
Verschluss: 30 s bis 1/4000 s, elektronischer erster Verschlussvorhang
Serienbild: 3 Bilder/s, im Priorität-Modus bis 10 Bilder/s
Display: 3 Zoll, 921.000 Bildpunkte, neigbar, Touchscreen
Video: Full HD 1920 x 1080, AVCHD
Gehäuse: Magnesiumlegierung · Blitz: kein eingebauter Blitz, aufsteckbares Blitzgerät im Lieferumfang


Die Kamera ohne Spiegel

Seit den 1930er Jahren hatte die Spiegelreflexkamera ein bestimmendes Bauteil: einen Klappspiegel, der das Licht vom Objektiv nach oben in den Sucher lenkt und im Moment der Aufnahme wegschwenkt. Aus diesem Spiegel und dem darüberliegenden Prisma ergaben sich Größe, Gewicht und die charakteristische Form jeder SLR und später jeder DSLR.

Die NEX-Reihe ließ dieses Bauteil weg. Ohne Spiegelkasten rückt das Objektiv näher an den Sensor, das Gehäuse schrumpft. Die NEX-5N trägt denselben APS-C-Sensor wie eine ausgewachsene Spiegelreflexkamera in einem Gehäuse, das kaum größer ist als eine Kompaktkamera. Sony bewarb sie damit, sie biete die Leistung einer DSLR bei etwa halber Größe.

Der Sucher wird zum Bildschirm

Der eigentliche Bruch ist nicht die Größe, sondern die Art des Sehens. Wer durch eine Spiegelreflexkamera blickt, sieht das Motiv durch Glas: Licht, das vom Gegenstand kommt, über Spiegel und Prisma ins Auge geleitet. Was man sieht, ist die Welt.

Bei der NEX-5N sieht man den Bildschirm. Das Sensorsignal wird ausgelesen, verarbeitet und auf einem Display dargestellt. Was man sieht, ist bereits eine Interpretation: mit angewandtem Weißabgleich, gewähltem Kontrast, sichtbarer Belichtungskorrektur, auf Wunsch mit einem der eingebauten Bildeffekte. Die Kamera zeigt nicht mehr das Motiv, sondern ihre Rechnung über das Motiv.

Für eine Sammlung, die Medien und Medienwirkung ausstellt, ist das der zentrale Punkt an diesem Objekt. Die Frage, wann ein Bild entsteht, verschiebt sich hier vom Auslösen zum Anschauen. Der Sucher ist keine Öffnung mehr, sondern ein Vorschaumonitor.

Ein Touchscreen an einer Kamera

Die 5N war das erste NEX-Modell mit Touchscreen. Der Autofokus ließ sich mit dem Finger auf dem Display setzen, wie auf einem Smartphone.

Das ist zeittypisch und aufschlussreich. 2011 war die Bedienlogik des Smartphones bereits so etabliert, dass sie auf andere Geräteklassen übersprang, auch dorthin, wo es Drehräder und Tasten längst gab. Gleichzeitig geriet die Kamera als eigenständiges Gerät genau durch dieses Smartphone unter Druck. Die spiegellose Systemkamera entstand also in einer Zange: unterhalb das Telefon, das die einfache Fotografie übernahm, oberhalb die DSLR, die die Ansprüche bediente. Das Gerät antwortete darauf mit dem Argument der Sensorgröße im Taschenformat.